Die Bibel: Georg Kaser brilliert in Festung mit „Die Bibel“

„Von der zischenden Schlange…bis zum Steinschleuderer David erteilte Kaser auf beeindruckende Weise die etwas andere Bibelstunde und amüsierte auch nicht bibelfeste Theaterfreunde.“

Irene Dejaco, Dolomiten 29. April

 

 
Georg Kasers furioser Rundgang durch das alte Testament

„ Die Bibel … das Buch der Bücher, der wohl meist gelesene und auch literarisch folgenreichste Text unseres Kulturkreises…
…eine „One man show“ vielleicht sogar ein Happening.
… „Die Bibel“ …–mal tragisch, mal komisch, sowohl lehrreich, als auch unterhaltend, zu jeder Zeit erschreckend aktuell und trotzdem beeindruckend unangestrengt.“
Joachim Leitner, Dolomiten 29. April

 

Bombenstimmung: Das Lachen geht, die Gedanken bleiben "Du hast deine Sandburg, ich meine Papierfrau. " So hat jeder seine eigene Illusion - aber Mensch ist doch stets gleich Mensch.
BRIXEN Bombe ist nicht gleich Bombe. Man muss doch wissen, ob es eine der Unseren oder eine der Ihren ist. Krieg, nicht gleich Krieg. Das heißt heute humanitärer Einsatz. Verzerrte, verfälschte Welt, nicht zuletzt durch das Fernsehen. Aber Mensch ist schlussendlich doch gleich Mensch. Egal ob weiß, braun, gelb oder Südtiroler - alle haben ihre Hoffnungen, Träume und Sehnsüchte.
Da wäre einmal ein Sandburgen bauender, arbeitsloser Südtiroler (Andreas "Opal" Robatscher), der sich selber vormacht, dass es kein Unglück sei, arbeitslos zu sein. "Wir sind ja flexibeL" Er hat eigentlich nur einen Wunsch: In Ruhe Urlaub machen. Ein Unterfangen, das arg gestört wird durch einen Bademeister, den "die unechte Fröhlichkeit der Macarena depressiv macht" und ihm ständig verklickern will, dass "Dinge, die anfangs als Unglück erscheinen, sich dann oft als
Glück erweisen". Das gilt auch für die Bombe, die an seinem Strandabschnitt liegt.
Und dann wäre da noch der Fremde aus Bambuk, der um 3.000 Dollar seine Niere verkauft hat, um mit seinem Papiers ahn und seiner Papierfrau ins gelobte Land zu kommen und den Sandburgenbauer verständnislos anbrüllt: "Ihr verschenkt eure Organe einfach, um Euer Ficki-Facki Leben zu rechtfertigen?!"
Aber man wird sich doch nicht alles wegen einer Bombe und einem Toten verhunzen lassen? Und übrigens: Bomben bergen auch Chancen. Mit schwarzem Humor, absurder Komik, Tragik und Tiefgang verwandeln Andreas "Opal" Robatscher und Georg Kaser - das Schauspielerduo ist in jeder Szene hervorragend- rund eineinhalb Stunden lang Trauer, Einsamkeit, Verwirrung und Orientierungslosigkeit in herzhaftes Lachen und greifen dabei auch ordentlich die Oberflächlichkeit unserer Gesellschaft an, jene Oberflächlichkeit, die bei gewissen Szenen auch im Publikum des Anreiterkellers deutlich zu spüren ist.
(Michael Eschgfäller, "Z" die Zeitung am Sonntag)

 

 

"Bombenstimmung" - eine tragikomische Comedy im Brixner Anreiterkelier
Sandburgen und "Ferrari-rote" Träume.
Sie könnten nicht unterschiedlicher sein, die drei Typen, die einander am Strand begegnen. Dennoch repräsentieren sie exemplarisch die Misere unserer Welt, in der aus der Kluft zwischen schrankenlos Konsumierenden und den in unvorstellbarer Armut Lebenden täglich Katastrophen entstehen, gegen die dem Anschein nach niemand ankämpft.
Für das Publikum bedeuten die Begegnungen ein "Switchen" zwischen Komik und bitterböser Tragik, ein nach Comedy-Art brutales Spiel mit Gefühlen, das Schuldgefühle auslöst, weil man losprustet, wo Entrüstung oder Betroffenheit am Platze wären. Verlassen kann man sich dabei auf nichts, am allerwenigsten auf idyllische Bilder oder Stimmungen.
Gleich zu Beginn etwa: Ein Tourist baut an seiner Sandburg, trällert vor sich hin, genießt die Ruhe. Doch wer den Braungebrannten nur einen Augenblick lang um seine Muße beneidet, lässt dies bald wieder sein. Nicht nur weil er vom Bademeister mit der Lizenz zu aggressiver Animation genervt, von einem gestrandeten Flüchtling an die Hungerkatastrophe in der Welt erinnert wird, er den Erschöpften wiederbeleben muss oder weil er beim Graben auf ein hochexplosives Arsenal modernster. Bombentechnik stößt, sondern weil er gerade selbst eine persönliche Tragödie durchlebt. Er ist ohne Job, was soviel bedeutet wie in früheren Jahrhunderten ewige Verdammnis, auch wenn die Litaneien vom flexiblen Arbeitsmarkt und dem mobilen Beschäftigten wie göttliche Offenbarungen nachgebetet werden,
Ferruccio Cainero,und Giovanni de Lucia haben dieses rabenschwarze Kabarett gemeinsam mit dem Schauspielerduo Georg Kaser und Andreas Opal Robatscher für Kasers Wandertheater" Theakos" inszeniert. Auffallend dabei der unaufgelöste Widerspruch aus Plattheit und Tiefgang, aus Trivialität und Tragik, aus Ekel und Mitleid, der sich in den skurrilen Kostümen ebenso manifestiert, wie in der überdreht - schrillen Gestik und Mimik. Während Kaser mit unglaublicher Wandlungsfähigkeit in die so unterschiedlichen Rollen des Flüchtlings mit grotesker Kopfbedeckung und des Bademeisters schlüpft, bleibt Andreas Opal Robatschers Tourist gewissermaßen als Identifikationsfigur fürs Publikum präsent.
Auf die schockierenden Erlebnisse am Strand reagiert er mit zuweilen stereotyp wirkenden Gesten des Entsetzens. Unerwartet berührend aber dann die Gespräche mit dem Flüchtling, der sich aus TV-Satellit- und Illustrierten - Ausrissen seine eigene irreale Welt zurechtgezimmert hat. Im roten Ferrari hat er seinem an Hunger verstorbenen Sohn versprochen, werde er ihn im Jenseits besuchen. Als er tatsächlich im Liegestuhl des Fremden stirbt, glaubt er, es im toten Ferrari zu tun. Eine Lüge als Mitleidsgeste, die angesichts der täglichen Flüchtlingsdramen selbst in der schwärzesten Satire noch human wirkt.
(Barbara Fuchs, Dolomiten - Kultur)

 

Kontrabass:

Spritziges Solo mit dem Kontrabass
"...Georg Kaser, schon immer überzeugend in skurrilen Rollen, gelingt diesmal die eigentümliche, aber notwendige Mischung von Musikerinponiergehabe, ...und einer Minderwertigkeitspsychose...
Aber gerade in diesem unvermuteten Identifikationszwang, dem das Publikum ausgesetzt ist, zeigt sich die Stärke dieses Stückes, mit dem sich der mittlerweile in jedem Genre der Bretterkunst erprobte Kaser einen lang gehegten Wunschtraum erfüllte. Auf den Leib geschrieben scheint ihm nicht nur die Rolle, sondern auch die von Marc Günther besorgte Regie, die ohne Überzeichnung mit höchst einfachen Mitteln den Typ des Musikers zeichnet... Wird im äußeren Erscheinungsbild (...) der Typus glaubhaft repräsentiert, so nimmt er durch Kasers Körperspiel, seine unkontrolliert scheinenden Bewegungen bis hin zu den Ticks wie dem Spiel mit der Brille oder den Fingernägeln vollends Gestalt an. ..."
(Barbara Fuchs, Dolomiten)


 

"...Er fesselt, baut Spannungen auf, die atemlose Stille erfordern, oder vielleicht noch einige herausprustende Lacher. ..."
(Nina Schröder, FF Südtiroler Illustrierte)

 

 

Contrabasso d'oro
"...Georg Kaser, "solista" in scena, ha interpretato con indubbia abilità il testo di Patrick Süskind, alternando momenti brillanti e di autoironia a situazioni piú drammatiche se non addiritura angoscianti... . Il protagonista intesse un monologo dai ritmi e dai toni sempre diversi, ora incalzanti, ...in grado di tenere sempre alta l'attenzione del pubblico e di compensare i pochi ma determinanti... elementi scenografici. ..."
(Bruno Zucchermaglio, Il Mattino)

 

 

"...Il pezzo comunque piace indistintamente a tutti, ed a tutti piace l'interpretazione, che Georg Kaser dà a questo personaggio, il quale arriva a raccogliere in sé stesso tutte le ansie, le contraddizioni, i desideri, i segni di una delle tante "mezze tacche" di cui è costituita
l' anonima folla delle città e delle quali ognuno di noi, chi piú chi meno, si sente parte...."
(Dario Massimo, Il Mattino)

 

 

"...Georg Kaser gestaltete die Rolle streckenweise mit bemerkenswerter Natürlichkeit und Lässigkeit. So waren auch der mehrmalige spontane Beifall auf offener Bühne und der begeisterte Schlussapplaus ein durchaus verdientes Zeichen der Anerkennung für beachtlichen Mut zum Risiko und eine gelungene schauspielerische Leistung. ..."
(Dr. Hugo Seyr, RAI -- Sender Bozen)

 

 

"Der Brixner Schauspieler Georg Kaser hat bei einem Wettbewerb der besten Interpretationen des Stückes "Kontrabass" im Rahmen des Festivals "Wrostja" in Wroclaw (Breslau) den hervorragenden zweiten Platz erobert. Das Festival fand Mitte November zum 37. Mal unter der Leitung des Gründers Wieslaw Gera statt. "Der Kontrabass" von Patrick Süskind wurde in polnisch, russisch, griechisch hebräisch, deutsch und tschechisch aufgeführt. Kaser begeisterte mit seiner Interpretation die Fachleute und wurde mit seinem "Kontrabass" gleich zu zwei weiteren Festivals nach Hannover und Kiew (Ukraine) eingeladen. ..."
(rp, Der Brixner)

 

 

"...Georg Kaser, Motor der "Gruppe Dekadenz", erfüllt sich mit seinem Solo einen langgehegten Wunschtraum. ... bietet er über 90 Minuten lang eine überdurchschnittliche Leistung in diesem Stück..."
(Tiroler Tageszeitung)